Frühling am Mauracher Hof

08.05.2017 / Permalink
Unser Populationsgetreide hat die Wettereskapaden gut überstanden

„Die Wetterkapriolen heuer mit dem Schnee bis in den April hinein und den Brachfrösten setzten den Getreidepflanzen zu. Unsere Dinkel- und Roggen-Reinsorten sind widerstandfähig und angepasst und kamen gut über den Winter“, freut sich Josef Eder vom Mauracher-Biobauernhof und erzählt weiter: „Auch dass wir beim Dinkel unterschiedliche Anbauzeiten im Herbst ausprobiert haben, zeigt schon Ergebnisse. Ich bin gespannt, wie sich die Pflanzen weiter entwickeln werden.“ Das Beobachten des Verhaltens der Pflanzen ist eine wertvolle Wissensquelle und jeden Tag spannend. „Gerade jetzt im Frühling ist es eine Freude zu sehen, welchen Schub die Natur an nur einem Sonnentag macht.“

Klimaveränderung ruft nach genetischer Vielfalt

Es gibt keinen Schaden ohne Nutzen. Und auch wenn die Brachfröste auf weniger guten Böden die Wurzeln der Roggenpflanzen abgerissen haben, so kann man das sprichwörtliche Aprilwetter auch als Training für die Pflanzen ansehen. Josef Eder betont immer wieder wie wichtig es bei der wahrnehmbaren Klimaveränderung ist, die Entwicklung der Pflanzen zu beobachten, sich mit ihrem Verhalten zu beschäftigen. Dieses Wissen war früher in bäuerlicher Hand und goldeswert. Nur mit diesen Erkenntnissen und Gespür konnte man die widerstandsfähigsten Pflanzen herausfiltern, sie weiterentwickeln und den künftigen Ertrag sichern. Heute geht dieses Wissen und damit die Vielfalt der Pflanzen bzw. der Saatgutdiversität verloren. Die herkömmlichen Saatzuchtfirmen sind mehr an Hybridpflanzen, die nicht reproduktionsfähig sind, interessiert als an Populationsgetreide. Unser Populationsgetreide gedeiht ohne Gentechnik und Agrochemie in unserer Region prächtig.

Geschmackvolles, gehaltvolles Brot

„Aus dem Populationsgetreide wie Ebners Rotkorn, unserer Dinkelsorte, oder dem Schläger Roggen, lässt sich geschmackvolles, qualitätsvolles Brot backen.

Dieses bäuerliche Erfahrungswissen über das Verhalten der Pflanzen brauchen wir dringend. Darum sollten schon unsere Kinder mit diesem Bewusstsein aufwachsen und es zum Beispiel in Landwirtschaftlichen Schulen selbstverständlich vermittelt werden“, wünscht sich der Bio-Bauer und Inhaber der Mauracher Bio-Hofbäckerei aus Sarleinsbach. Er resümiert: „Ich sehe den derzeitigen kleinen Genpool mit Sorge, erkenne aber gleichzeitig, dass immer mehr Menschen naturbelassene Produkte schätzen,  sich für die Philosophie und Arbeitsweise der biologischen Landwirtschaft sowie den Wert der genetischen Vielfalt interessieren.  „Es freut mich zu sehen, dass viele  junge Leute sich wieder mehr Vertrautheit mit den Rhythmen und Kreisläufen der Natur wünschen“, sagt Josef Eder.

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