Frühling am Mauracher Hof

03.04.2018 / Permalink
Frühlingserwachen am Mauracher Hof

Auf den Feldern rund um den Mauracher Hof spielt sich gerade eine spannende Zeit ab – der Übergang vom Winter zum Frühling. Zum Glück hatten wir von November bis März eine fast durchgehende Schneedecke, was den Pflanzen grundsätzlich gut tut, denn unter der Schneedecke sind sie vor Frost geschützt. Der heurige lange Winter hat unsere Roggensorten auf unterschiedliche Art und Weise gefordert. Die einen kommen gut über die Runden, manche tun sich schwerer mit den Wetterbedingungen. Spannend würde es werden, wenn unser Getreide jetzt noch einmal mit Nachtfrösten fertig werden müsste. Da es aber wieder geschneit hat, setzt der Frost den Pflanzen unter der Schneedecke, die sie wärmt, weniger hart zu.

Vielfalt durch Standortgerechtigkeit

Eine Herausforderung für uns bei dieser Wetterlage ist der Schneeschimmel, eine Pilzart. Stellen wir den Befall fest, müssen wir schnell reagieren und die Pflanzen am Feld belüften. Das ist allerdings eine ständige Gratwanderung zwischen der Frage, ob der Boden überhaupt befahrbar ist und der Gefahr, dass die Pflanze zu ersticken droht. Da hilft nur Gottvertrauen. Und unsere jahrzehntelange Erfahrung hat gezeigt: Es funktioniert! Das Schöne ist ja, dass wir vier verschiedene Roggensorten anbauen, die mit den Bedingungen unterschiedlich gut zurechtkommen und dadurch die Vielfalt zum Tragen kommt. Denn es setzen sich jene Pflanzen durch, die in unsere Region passen. Durch unsere Sortenversuche, die die Landwirte um uns herum mittragen, ist das alte Wissen, welche Sorten standortgerecht sind, wieder vorhanden. Als souveräne Bauern ist das auch unsere wichtigste Aufgabe: unser eigenes Saatgut zu pflegen und zu verwenden.

Investition in die Zukunft

Daraus ist vor 20 Jahren die Bio-Saatgut-Initiative entstanden. Ein Projekt, bei dem man frühestens nach zehn Jahren Auswirkungen und Ergebnisse sieht. Aber es hat sich ausgezahlt, denn immer mehr Menschen und Landwirte in der Region setzen sich mit dem Thema auseinander. Unsere Saatgutversuche haben bereits Erfolge gezeigt und wir können robuste Roggen- und Dinkelsorten anbauen, die auf unseren Böden hervorragend gedeihen. Die Bio-Saatgut-Initiative ist eine Investition in die Zukunft. Die nächste Generation profitiert davon, dass wir das Wissen unserer Vorfahren in der Landwirtschaft wiederbeleben. So züchten wir souveräne Pflanzen auf eine natürliche Art und Weise, ohne die Natur auszubeuten. Durch unser kostenbewusstes tägliches Tun und unser Denken in Generationen leben wir nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen, sondern schaffen Kostenwahrheit. Wir respektieren die Bodenlebewesen, die Insekten, die Pflanzen und die natürlichen Ressourcen, um sie für die weitere Zukunft zu erhalten.

Natürliche Selektion

Was heißt das konkret? Wir bauen einmal im Jahr an, schauen uns die Entwicklung des Getreides an und entscheiden, was wir im nächsten Jahr wieder anbauen – ohne chemische Krücken. Das schaffen wir durch die standortgerechte Fruchtfolge auf den Feldern, mittels Vermehren unseres eigenen Saatguts und mit dem Nutzen von geeigneten Beipflanzen. Da ist natürlich viel Ausprobieren dabei und viel Lernen aus Fehlern. Denn auch in der Bio-Landwirtschaft braucht es eine Selektion bei Kulturpflanzen. Nur schaffen wir das eben im Einklang mit der Natur ohne chemische Hilfsmittel. Unser Weg führt zum Verstehen der Kreisläufe in der Natur, zu neuen Möglichkeiten und zu einer gelebten Vielfalt. Der Mauracher Hof ist das beste Beispiel dafür, dass dieser Weg richtig ist und funktioniert. Und es freut uns daher ganz besonders, dass immer mehr Menschen diesen Weg gehen.

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