Brotbacktradition & Bauernhäuser Viele Bauernhäuser Oberösterreichs hatten ihren eigenen Backofen. Oft war es ein eigenes „Bahhäusl“ (Backhaus), ein kleines, gemauertes Gebäude in der Nähe des Hofes, aber außerhalb der Wirtschaftsgebäude, oder eine „Bahkuchl“ im Haus, die an eine alte Rauchkuchl erinnert. Das Innengewölbe des gemauerten Backofens wurde aus Ziegeln gebaut, in die Bodenfläche wurden auch größere Kieselsteine eingebettet, um die Wärme besser zu halten. Gebacken wurde alle vierzehn Tage: Für 8 bis 10 Erwachsene rechnete man etwa 25 Laibe. Der oberösterreichische Bauernbrotlaib hat einen Durchmesser von 40 bis 50 cm und ein Gewicht von 3 bis 4 Kilogramm.
Brot und Sagen / Aberglauben - Das Brot sollte mit der mehligen Seite nach unten auf den Tisch bzw. Tischtuch gelegt werden, ansonsten weicht das Glück aus dem Haus. (Aberglaube)
- Legt man das Brot umgekehrt (auf die erhobene Seite), so reitet der Teufel darauf. (Aberglaube)
- Altes, schimmliges Brot wird nicht weggeschmissen! Es wird im Herdfeuer verbrannt. (Brauchtum)
- Beim Brot backen: Bevor das Brot in den Ofen kommt, ritzt man mit dem Messer ein Kreuz in das Brot. Diese Art Segen drückt den Respekt vor unserem Grundnahrungsmittel Brot aus. (Brauchtum)
Brot und Sprüche - „Alt‘s Brot is net hart, aber koa Brot, des is hart!“ sagt der Oberösterreicher, denn für ihn war und ist Brot stets ein guter „Gefährte“ zur Milch und zur sauren Supp‘n, zum Most und zur Jaus‘n.
- "Mit der Gott‘sgab darfst net urass‘n!“ (verschwenderisch umgehen) heißt es, und in Braunau „greint der Himmelvater“ (es donnert), wenn einer Brot wegwirft...
- "Wo man das Brot ehrt, Gott die Not kehrt". (Brot als Zeichen für Lebenskraft)
- "Brot und Salz – Gott erhalt’s!"
Brot und Brauchtum - Jeder Reisende nahm ein Stück „Heimwehbrot“ von zu Hause mit.
- Einer Braut wurde nach dem Kirchgang vor dem Hochzeitshaus u. a. ein Laib Brot gereicht, von dem sie das „Scherz‘l“ abschnitt und sorgsam aufbewahrte, damit nie Mangel und Not im Hause auftrete. Der restliche Laib wurde an die Hochzeitsgäste verteilt.
- Nach der Trauung - beim Eintreten in das Haus der Hochzeitsfestivitäten - werden dem Brautpaar eine mit Salz bestreute Scheibe trockenes Brot und ein Glas Wasser gereicht. Beides muss sich das Paar teilen. Anschließend wirft die Braut das leere Glas über die Schulter nach hinten und lässt es auf dem Boden zerschellen.
>> Der Sinn : Brot und Wasser sollen sich die Eheleute im gemeinsamen Leben teilen und Scherben bringen Glück.
- Dem Käufer eines Stück Viehs gab man ein Stück Brot als Glücksbrot mit.
- In Frankreich werden z.B. Brote ausgehöhlt und an geweihten Zweigen befestigt. Sie sollen ein Symbol der Fruchtbarkeit sein und den Wunsch nach reichem Kindersegen deutlich machen.
Brot und Religion - Unser tägliches Brot gib uns heute! (Die erste Vater-Unser-Bitte gilt dem Brot)
- Beim Brot backen: Bevor das Brot in den Ofen kommt, ritzt man mit dem Messer ein Kreuz in das Brot. Diese Art Segen drückt den Respekt vor dem Grundnahrungsmittel Brot aus.
- Das Brot symbolisiert das Leben und den Leib Christi. “Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt wird nie hungern“
- Vorm Anschneiden eines Brotes wird in sehr katholischen Häusern ein Kreuzzeichen auf das Brot gezeichnet, um so das Brot zu segnen.
- Bei den Ägyptern lernte das Volk Israel das "moderne" Brot kennen. Die Bibel berichtet sowohl im Alten als auch im Neuen Testament darüber.
- Beim jüdischen Passahfest wird noch heute ungesäuertes Brot gegessen, das ohne Hefe und ohne Sauerteig gebacken ist. Die Nomaden aßen es einst auf ihren Wanderungen durch die Wüste. Auch die Juden führten es als Wegzehrung bei ihrem Auszug aus Ägypten mit.
Brot als Geschenk - Bei Hauseinstand schenkt man einen Laib Brot und einen Tiegel Salz, denn ohne Brot zieht der Hunger ins Haus und ohne Salz das Unglück!
- Beschenkt man jemanden zu seinem Namenstag mit Brot, so ist er im selben Jahr von 9 Unglücksfällen befreit.
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